Angra: Heute und in vergangenen Zeiten

Dieser Rundgang führt zu den wichtigsten Punkten und Strukturen von Angra do Heroísmo. Eine Reise durch die fünf Jahrhunderte der Stadtgeschichte, eine Gelegenheit zum Kennenlernen des architektonischen Erbes, das von verschiedenen Epochen und Stilen gekennzeichnet und Zeuge der Lebensart einer Hafen- und Weltstadt ist, die der Welt neue Welten eröffnete. Seine geostrategische Lage spiegelt sich in dem gradlinigen und modernen Entwurf seiner Straßen wieder: offen zum Meer diente Angra als Anlaufpunkt für die obligatorische Zwischenlandung in der Epoche der Entdeckungen, eine Oase mitten im Atlantischen Ozean für die Seefahrer, ein Zufluchtsort gegen die Piraten und Korsaren, die nach ihren vielfältigen Reichtümern trachteten.

Zerstört durch das Erdbeben am 1. Januar 1980, wusste Angra sich stoisch wieder zu erheben, ohne das charakteristische Gesicht ihrer Straßen, Monumente und Häuser auszulöschen. Man muss einfach in den Straßen umherstreifen auf der Suche nach historisch und architektonisch markanten Punkten, die dieser Stadt 1983 den Status „Weltkulturerbe“ einbrachten.

Die zentrale Lage, der Bodenreichtum, die geschützte Bucht und die Monumentalität machte Angra do Heroísmo zu einer Stadt mit historischem Weltruhm. Mit der Eroberung der Weltmeere wurde diese Hafenstadt ein obligatorischer Zwischenhalt der Flotten aus Südamerika, Afrika und Indien. In Angra handelte man mit Gewürzen, Edelmetallen aus Amerika, edlen Stoffen, Hölzern und Elfenbein, Temperafarben und religiösen Bildnissen. Angra war das Zentrum der Welt. Ihre größte Befestigungsanlage, die als größtes geschlossenes Bollwerk Europas gilt, ließ Filipe II nach der Krise der Erbfolge von 1580-1583 hier erbauen, als Portugal heroisch nur noch aus der Insel Terceira bestand, dem letzten Bollwerk des ausgelöschten Königreiches. 1828 kam sie zu neuer Macht und wurde zur Hauptstadt Portugals ernannt. Angra wurde Zentrum des Liberalismus. Von hier aus brachen die Männer auf, die die erste Verfassungscharta verfassten. Ihre Stadtverwaltung wurde 1837 von der Königin Maria II mit dem höchsten Orden des Portugiesischen Staates ausgezeichnet: dem Großkreuz des Turm- und Schwertordens, und bekam den Titel „sehr edel und loyal“, nachdem sie schon nach der Restauration den Titel „immer standhaft“ und „von Heldentum“ für die während des Bürgerkrieges geleisteten Dienste erhalten hatte.

Die Stadt ist bezaubernd, nicht nur wegen ihrer historischen und kulturellen Komponente, sondern auch wegen ihrer architektonischen, natürlichen und von Menschenhand erschaffenen Umgebung. Entlang der nach portugiesischer Art gepflasterten Wege muss man einfach die Konditoreien, die einen mit ihren traditionellen Süßwaren locken, oder die Läden, die einen in die Vergangenheit entführen, besuchen oder an ihrer Bucht umherstreifen, in den klaren Wassern des Atlantiks schwimmen und den kleinen Sandstrand genießen.

Der Monte Brasil, ein ehemaliger, im Meer entstandener Vulkan – der größte und besterhaltendste der Azoren, im äußersten Süden der Stadt gelegen und umgeben von einer Befestigungsanlage, ist ein mystischer Ort. Es gibt einen ausgewiesenen Wanderweg inmitten einer üppigen Vegetation. Entlang des Weges liegen viele Aussichtspunkte und am Ziel, auf dem Pico das Cruzinhas, hat man einen herrlichen Blick von 180º über Angra do Heroísmo, von Ribeirinha bis S. Mateus.

Dieser Stadtrundgang ist zu Fuß, mit dem Auto oder sogar mit dem Fahrrad und für jeden mit seiner eigenen Geschwindigkeit machbar. Es ist ratsam, mindestens einen Tag dafür anzusetzen. Wichtig ist nur, ihn auzukosten und möglichst viel von der Landschaft, die sich entlang jeden Weges bietet, zu genießen.

Dieser touristische Rundgang wurde durch das Buch „Angra aus dem Blick von Linschoten“ von Ing. Humberto Oliveira, das einen großen historischen Wert besitzt, inspiriert.

Nützliche Informationen

Empfohlene Dauer: 1 bis 2 Tage

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Kleidung: Der größte Teil des Weges führt durch die Straßen der Stadt und ist in gutem Zustand. Der Boden im Stadtinneren zeichnet sich durch sein Pflaster aus. Da sich die vom Zentrum aus am weitesten entfernten Punkte (wie im Falle des Monte Brasil) in Waldgebieten befinden, ist bequemes Schuhwerk ratsam.

Öffnungszeiten:  Der Rundgang ist zu jeder Zeit des Jahres möglich. Es ist aber wichtig, auf eventuell auftretende Wechsel der Öffnungszeiten zu achten. Viele der Monumente sind an Wochenenden und Feiertagen geschlossen.

Reservierungen: So man frühzeitig mit Hilfe einer Reiseagentur oder direkt mit einem Reiseleiter plant, ist es möglich, entlang des Weges einige Aktivitäten einzubinden, wie z.B. eine Bootsfahrt, die die Ankunft der Schiffe in der Stadt nachahmt oder sogar ein Mittagessen oder eine kleine Mahlzeit wie zu vergangenen Zeiten der Stadt Angra.

Download: Broschür: Angra: Heute und in vergangenen Zeiten